Algorithmen: Von Hammurapi bis Gödel

Das Buch Algorithmen: Von Hammurapi bis Gödel des Vater-/Söhne-Kollektivs derer zu Ziegenbalg ist ein herrlich altmodisches Buch. Und das im besten Sinne: Es behandelt viele der netten Dinge aus dem Grenzbereich zwischen Mathematik und Informatik, die mich seit meinem Studium faszinieren. Es geht um heuristische Strategien, um Bäume und Graphen, um Effizienz und Korrektheit von Algorithmen und um neuronale Netze und evolutionäre Algorithmen. Dem Buch merkt man an einigen Stellen sein Alter an (die Erstauflage ist von 1996) und das Kapitel über Programmiersprachen wurde wohl für die »überarbeitete« dritte Auflage von 2010 eben nicht überarbeitet, denn weder kommen moderne, objektorientierte Skriptsprachen, wie zum Beispiel Python, noch andere, »jüngere« Sprachen wie Java oder C++ vor. Trotzdem sollte der geneigte Leser darauf achten, die aktuellste Auflage zu bekommen, denn erfreulicherweise wurden alle Beispiele daraufhin umgearbeitet, daß sie entweder mit Mathematica oder mit der (jüngst auch von mir wiederentdeckten) Open-Source-Alternative Maxima programmiert wurden, auf Pascal — wie in den älteren Auflagen — wurde dankenswerterweise verzichtet. Denn wer hat noch eine Pascal-IDE auf seinem Rechner? Man mag das bedauern, so wie ich, der mit Pascal, Modula-2 und Oberon großgeworden ist, aber es ist eine Tatsache, der die Autoren ins Auge geschaut haben.

Auch die Beispiele sind nicht unbedingt neu, wer sich mit Algorithmen beschäftigt, hat sicher schon einmal das Sieb des Eratosthenes zur Primzahlsuche implementiert und die Türme von Hanoi und das Damenproblem stehen schon im Wirthschen Standardwerk zu Algorithmen und Datenstrukturen von 1983. Auch Eulers Königsberger Brücken, das Problem des Handlungsreisenden oder das Rucksackproblem sind Klassiker. Aber die Probleme werden auch im Kontext ihrer Geschichte behandelt und so gibt es einige nette historische Ausflüge. Wer also eine leicht zu verstehende und trotzdem gründliche Einführung in Algorithmen sucht, der ist mit diesem Buch gut bedient. Ich hatte jedenfalls viel Spaß beim Schmökern und Nachvollziehen. Und nebenbei auch noch eine Menge über die Programmierung von Maxima gelernt.

Literatur

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