Using Drupal

Wenn es ein empfehlenswertes Drupal-Buch für den erfahrenen Webworker gibt, dann ist es Using Drupal von Angela Byron, Addison Berry, Nathan Haug, Jeff Eaton, James Walker und Jeff Robbins. Es unterscheidet sich grundlegend von allen, durchaus guten Drupal-Büchern, die ich bisher gelesen habe. Es geht nicht von der Dichotomie zwischen Anwender und Administrator aus, die die meisten Bücher zu (Open Source) Content Management Systemen beherrscht. Vernünftigerweise, denn in den meisten Projekten, die mit solchen kleineren CMS gefahren werden, sind Anwender gleichzeitig Administratoren und die Administratoren Anwender. Und der Leser bekommt nicht zum wiederholten Male erklärt, was ein CMS eigentlich ist und wie es sich zusammensetzt. Nein, es gibt auf wenigen Seiten eine Übersicht über Drupal, in der man in der Hauptsache lernt, was Drupal von anderen CMS unterscheidet. Und es gibt einen Jumpstart von etwa 50 Seiten, in dem man prototypisch ein Drupal-System aufsetzt.

Doch dann geht es in medias res: In acht Fallstudien, unter anderem einem Wiki, einer Photo-Gallerie, einem Job-Board, einem Online-Store und einem Event-Kalender bekommt man gezeigt, wie man Drupal für seine spezifischen Bedürfnisse anpaßt und welche (Zusatz-) Module sich für den jeweiligen Fall am Besten eignen. Diese Beispiele sind nicht nur vollständig ausgeführt, sondern es wird auch erläutert, warum welche Module eingesetzt werden und welche Alternativen es gibt. Die einzelnen Kapitel sind von den unterschiedlichen Autoren verfaßt, die jeweils ihre Erfahrungen einbringen und man merkt dem Buch an, daß sie tatsächlich große Erfahrungen in den Bereichen besitzen.

Leider fehlt eine Fallstudie über die Einbindung von Videos und eine über (externes) Asset-Management. Ich hatte ja — vor meiner Begeisterung für mein DokuWiki — Drupal durchaus als Basis für eine P2P-Flickr/YouTube-Alternative gehalten und war gerade an diesen beiden Dingen gescheitert. Nichtsdestotrotz: Das Buch motiviert mich, hier meine Versuche wieder aufzunehmen.

Abschließend gibt es noch ein Kapitel über Templates (Themes), wie man sie anpaßt oder neue verfaßt. Das habe ich in dieser hervorragenden Qualität noch in keinem anderen Drupal-Buch gefunden. Allein dieser Abschnitt lohnt den Kauf (denn eigentlich ist es das erste, was man (oder doch nur ich?) mit einer frisch erworbenen Drupal-Installation anfangen will und gerade das wird fast überall woanders stiefmütterlich behandelt).

Kurzum: Anfänger im Web sollten sich sicher zur Erstlektüre eines der anderen Bücher zu Drupal zulegen, die es auf dem Markt gibt, auch O’Reilly Deutschland bietet da mit Praxiswissen Drupal 6 ein durchaus brauchbares an. Für den erfahrenen Webworker allerdings gibt es kein besseres, keines, das den Kaufpreis mehr lohnt als Using Drupal. Auch wenn schon vorher für mich die Dreieinigkeit WordPress, DokuWiki und Drupal die beste Auswahl darstellte, wenn es um die Bereitstellung von dynamischen Content im Web ging — dieses Buch hat es (zumindest für Drupal) noch einmal bestätigt.

Bibliographische Angaben

  • Angela Byron, Addison Berry, Nathan Haug, Jeff Eaton, James Walker und Jeff Robbins: Using Drupal, Sebastopol, CA (O’Reilly) 2008



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